Hawaii Tagebuch #4 - Goodbye!

Ihr Liebsten,

hier kommt er.. Mein letzter Tagebucheintrag aus Hawaii und somit wie versprochen mein persönlicher Gesamteindruck der Insel. Gerade sitze ich im Flugzeug nach San Francisco, wo wir einen kurzen Zwischenstop haben bevor es dann weiter nach Chicago geht, und habe somit ein bisschen Ruhe und Zeit um diesen Eintrag zu schreiben.

Ich versuche mich noch einmal in die begeisterte Stimmung zu versetzen die ich die letzte Woche über hier auf der Insel hatte – auch wenn es mir gerade mehr als schwer fällt einen positiven Eintrag zu schreiben.

Denn leider hat mich gestern im Paradies die Realität doch wieder eingeholt.

Mein liebster Opa Günzi ist gestern auf der anderen Seite der Erde für immer eingeschlafen und ich bin unendlich traurig.

Trotzdem will ich versuchen diesen versprochenen Eintrag für euch zu schreiben und ich bin mir sicher, dass ihm meine Erzählungen über die Insel – hätte er sie noch lesen können – sehr gefallen hätten. Denn ich weiß, dass ich das Abenteuer-Gen und die Lust neue Dinge zu sehen und zu erleben auch ein wenig von ihm habe.

Somit bin ich heute morgen noch ein letztes Mal im Meer schnorcheln gegangen. Einerseits um der Traurigkeit ein bisschen entfliehen zu können und andererseits um ihm nochmal ein bisschen näher zu sein.

Die Vielfalt unter der Wasseroberfläche des Pazifischen Ozeans ist vergleichbar mit der Vielfalt an Land.

„The Big Island“ (dt.: die große Insel) ist die größte und südlichste Insel der Inselgruppe Hawaiis und bietet unglaublich viele aber jeweils total verschiedene Naturschauspiele, die alle an sich atemberaubend schön sind.

Die Insel ist sehr naturbelassen, wurde in den letzten Jahrhunderten kaum verändert und ist nicht sehr dicht besiedelt. Es gibt nur wenige gut ausgebaute Straßen, was das Vorankommen auf der Insel etwas schwierig macht. Von West nach Ost fährt man mit dem Auto ungefähr zwei Stunden. Von Nord nach Süd gibt es nur Küstenstraßen, welche sich über fünf Stunden entlangziehen.

Auf der Westseite der Insel – wo wir übrigens im wunderschönen Hotel „The Fairmont Orchid“ gewohnt haben – begegnen einem nur selten Flora und Fauna. Mehr ist dieser Teil übersät von uraltem Lavagestein. Dieser Teil der Insel ist recht trocken aber immer sehr warm – um nicht zu sagen heiß. In Richtung Osten der Insel gefahren wird es dagegen von Minute zu Minute immer grüner – nie zuvor gesehene Pflanzen begegnen einem stetig.

Übrigens gibt es 90% der Pflanzenwelt Hawaiis nur hier und nirgendwo anders auf der Welt. Das finde ich, ist eine enorme Zahl. So fährt man zum Beispiel nach Hilo, die Stadt die ich in meinem letzten Tagebucheintrag erwähnt hatte und von deren Flughafen mein Helikopterflug startete, durch einen Regenwald mit unzähligen endlosen Wasserfällen, die wunderschön anzuschauen sind.

In diesem Teil des Eilands regnet es täglich auch wenn die Temperatur währenddessen kein bisschen sinkt.

Nur einige Meilen vom Regenwald entfernt und so ziemlich in der Mitte der Insel findet man die letzten aktiven Vulkane der Inselgruppe. Bilder hierzu sind ja bereits in meiner Galerie.

Weil diese seit Jahrhunderten immer wieder einiges an Lava ausspucken, ist „The Bis Island“ die einzige hawaiianische Insel die sich stets vergrößert.

Das erklärt natürlich auch die vielen schwarzen Sand- und Steinstrände, die – wie eigentlich die ganze Insel – vom Tourismus verschont geblieben sind.

Überall auf der Insel – auch wegen der geringen Bevölkerung – ist es sehr ruhig und vielleicht ist sie ja auch deshalb das beliebteste Honeymoon-Ziel der Amerikaner. Ich hätte übrigens auch nichts dagegen meine Flitterwochen irgendwann mal hier zu verbringen!

Irgendwie glaube ich, dass ich bereits alles erwähnt habe, was ich euch noch so mitteilen wollte. Ach ja.. Seit 1924 ist übrigens kein Inselbewohner mehr wegen der aktiven Vulkane ums Leben gekommen. Hier sterben dagegen immer wieder Menschen auf Grund von Haiattacken. Die wilde Unterwasserwelt ist wirklich nicht zu unterschätzen.

Falls mir noch mehr Fakten zur Insel und ihrer Natur einfallen werde ich diese natürlich noch nachtragen.

Ich könnte vielleicht noch ein bisschen was zum Ablauf der letzten Woche erzählen.

Wir haben alle fünf in einem Zimmer gewohnt, was überraschend gut und unkompliziert geklappt hat. Gearbeitet habe ich deutlich weniger als ich erwartet hatte. Hauptsächlich wie schon anfangs erwähnt abends. Da habe ich ein bisschen Zeit mit den Kinder verbracht und sie ins Bett gebracht, damit Liisa und Mark in Ruhe Abendessen gehen konnten und auch ein paar Stunden zu zweit genießen konnten.

Ansonsten war ich mit den Kids ab und zu auch mal alleine am Strand oder Pool, was ja aber definitiv mehr Spaß als Arbeit war.

Und meistens war ich immer mit John mittags für zwei, drei Stunden im Zimmer während er seinen Mittagsschlaf gehalten hat und somit hatten Liisa und Mark auch ein paar Stunden für Bella Zeit, die das sehr genossen hat.

Ich übrigens hab es John meistens gleich gemacht und mich mittags auch ein bisschen hingelegt. Generell habe ich in der letzten Woche viel geschlafen und habe auch gemerkt dass ich das nach dem Trubel der letzten Wochen sehr gebraucht habe.

Generell hatte ich eine super schöne Woche, habe einiges erlebt und neue Dinge ausprobiert.

Ich hatte viele dankbare und glückliche Momente aber auch überraschend oft Sehnsucht nach Zuhause. Denn schließlich will man all die schönen Momente, die man erleben darf doch am meisten mit seinen Liebsten teilen. Und so habe ich mich im Paradies Hawaii auch manchmal sehr allein gefühlt.

Ich bin trotzdem sehr froh um die letzte Woche und hatte euch alle gedanklich sehr oft mit dabei.

So sitze ich jetzt also mal wieder im Flugzeug nach Chicago und habe wieder einmal ein bisschen mehr über mich gelernt und auch vor allem worauf es im Leben ankommt.

Auch das ist glücklicherweise Teil meiner Reise in diesem Jahr.

Fühlt euch feste umarmt und seid froh um eure liebsten um euch herum.

Eure Lisa.

 

 

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