Winterschlaf - oder auch warum hier so lange Ruhe herrschte:

Ihr Lieben,

lange habt ihr nichts von mir gehört. Viel zu lange!

Und schon einige Male habe ich versucht einen neuen Eintrag inklusive einer Erklärung dafür zu schreiben warum ich den ganzen Winter nichts von mir hören lassen habe. Und genauso oft bin ich daran verzweifelt.

Das letzte mal von mir habt ihr aus meinem Hawaii-Urlaub Anfang Dezember gehört.

Mittlerweile ist es schon fast Mitte April. Es ist viel passiert in der Zwischenzeit. Vieles mit dem ich wieder einmal überhaupt nicht gerechnet habe und oft alles andere als leicht war.

Fangen wir aber mit dem schönsten an. Gleich nach Weihnachten bin ich nämlich zu meiner „echten“ Familie nach Fort Myers, Florida geflogen und wir haben eine wunderschöne Woche zusammen in unserer fast schon zweiten Heimat gemacht. Dieser Ort enttäuscht uns einfach nie. Mittlerweile wissen wir was wir kriegen, kennen uns aus und das macht alles einfach unglaublich entspannt. Wir haben eine tolle Silvesternacht am Strand verbracht und sind gemeinsam und guter Dinge in das neue Jahr gestartet. Ich habe hier als Au Pair ziemlich wenig Urlaub (vor allem auf Grund meines krankheitsbedingten Aufenthaltes in Deutschland) und daher wollte ich diese Woche in vollen Zügen genießen. Deshalb habe ich die Kamera einfach mal überhaupt nicht benutzt und all die schönen und erholsamen Momente in Kopf und Seele festgehalten.

Leider ging diese Woche viel zu schnell vorbei und so musste ich mich dann am 6. Januar bereits zum dritten Mal von meiner Familie verabschieden.

Bei ungefähr 30 Grad in das Flugzeug in Fort Myers ausgestiegen, landete ich nur 2 Stunden später bei -26 Grad(!!!) in Chicago. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war mir bewusst dass ich wahrscheinlich einen recht harten Winter vor mir hatte. Und so kam es. Der Norden und Nordosten der USA hat den 3. kältesten Winter seiner Geschichte hinter sich. Woche um Woche hat man hier neue Rekordtiefstwerte gemessen und draußen war es selbst in den dicksten Wintermänteln, -mützen, -handschuhen kaum auszuhalten. Wir hatten von Mitte Dezember bis Mitte März ununterbrochen Schnee liegen. Und als der Schnee dann vor 2-3 Wochen dann endlich wegtaute wachten all die Menschen hier aus ihrem Winterschlaf auf. Bei solchen Temperaturen kann man sich ja nur zuhause verkriechen und auch die Gute Laune blieb hin und wieder auf der Strecke.

Auch ich habe mit John die meiste Zeit des Winters zuhause verbracht. Klar konnten wir mit so viel Schnee super Schlitten fahren gehen und spitzenmäßige Schneemänner und Iglus bauen aber leider haben wir es auf Grund der Kälte nie sehr lange draußen ausgehalten.

Auch unsere Hot Chocolate war nach wenigen Minuten draußen ein einziger Schokoeiswürfel. Trotzdem bin ich selbst am Wochenende immer nach draußen an die frische Luft gegangen. Warum es mich generell in meiner Freizeit aus dem Haus treibt erzähle ich euch gleich.

Denn auch wenn es arschkalt war, war all das recht schön anzuschauen. Unser Örtchen am Lake Michigan glich einem einzigen Winterwunderland und der See war teilweise komplett zugefroren, was übrigens bei solch großen Gewässern recht selten vorkommt.

Allerdings war ich trotzdem froh dass ich im Dezember dank Florida und Hawaii noch viel Sonne tanken durfte.

Mitte Januar und über meinen Geburtstag kam mich dann mein guter Freund Ale aus Deutschland in Chicago besuchen. Ihm hat die Stadt sehr gefallen und wir haben viele schöne Stunden erlebt, haben ein Wochenende in einem Hotel mitten in der Stadt übernachtet und waren bei einem unglaublich guten Basketballspiel der Chicago Bulls.

Da wir mein Geburtstagswochenende dann zusammen in New York City verbracht hatten, flog Ale direkt  von dort nach Hause und ich wieder zurück nach Chicago.

Auch in NYC war es an diesem Wochenende sehr kalt aber das tut dieser wundervollen Stadt nichts ab! Ich liebe es einfach durch die so unterschiedlichen Straßen Manhattans zu schlendern, die bunten Lichter am Times Square zu bewundern und in kleinen Cafes im Meatpacking District zu frühstücken. Ich würde am liebsten noch viel mehr Zeit dort verbringen! Wir haben an diesem Wochenende so einige Meilen zurückgelegt, viel gesehen und sehr viele Bilder gemacht, die ihr auch in meiner Galerie finden könnt.

Zurück in Chicago fängt nun der nicht ganz so schöne Teil meines Berichts an.

Ich muss gestehen (auch wenn ich auf diesem Blog eigentlich nur über die schönen Erlebnisse berichten wollte) dass es mir oft alles andere als gut ging.

Gesundheitlich bin ich – und dass habe ich mir auch erst in den letzten Wochen eingestanden – wirklich noch nicht gesund. Recht müde bin ich immer noch oft und auch mein Körper kommt nicht wirklich zur Ruhe und macht was er will.

Das Projekt des „Gesund-werdens“ werde ich allerdings erst zurück in Deutschland so ganz in Angriff nehmen können. Mir geht es zwar so ganz gut, ich habe keine Schmerzen oder ähnliches aber ich bin einfach noch nicht total höchstleistungsfähig. Und somit komm ich schon zum nächsten Punkt.

Ich habe oft darüber nachgedacht ob ich euch das erzählen möchte aber auch das gehört einfach zu meinem Jahr hier.

Leider muss ich hier enorm viel arbeiten. Ich hatte und habe kaum Zeit für mich und zu wenig Zeit um all das hier unbeschwerlich genießen zu können. Es geht nicht um die Arbeit an sich. Ich liebe John und ich liebe Bella sehr, sie bringen mir jeden Tag Freude und mir graut es schon heute vor dem Tag an dem ich mich für wahrscheinlich sehr lange Zeit nach einer so unglaublich intensiven Zeit mit den beiden von ihnen verabschieden muss. Auch wenn ein fast dreijähriger (Bella ist mit ihren 8 Jahren unfassbar reif und eigentlich ein Selbstläufer) unglaublich anstrengend ist, macht mir die Arbeit sehr viel Spaß.

Es geht mir also nicht um die Arbeit über die ich mich beschwere sondern meine Arbeitszeit.

Ich arbeite deutlich zu viel. Und deutlich mehr als es erlaubt ist. Zu den Details kann ich hier nicht so viel erzählen weil es sonst ziemliche Probleme geben könnte.

Ich habe oft gesagt dass es mir zu viel ist. Dass ich Pausen von dieser unglaublich großen Aufgabe der Verantwortung brauche. Leider wurde mir viel versprochen allerdings nie lange eingehalten.

Was diesen Punkt betrifft heißt es jetzt für mich lediglich noch durchhalten. Ich werde weiterhin bis zum letzten Moment 100% für die Kinder geben aber ich behaupte nicht dass das was von mir verlangt wird fair und richtig ist.

Es gab viele Momente (vor allem wenn man mir gegenüber dann auch menschlich unfair wurde) in denen ich aufgeben wollte.

Aber das kann ich einfach nicht. Ich bin nicht fürs aufgeben gemacht. Ich habe hier zwar auch gelernt „nein“ und „stop“ zu sagen aber leider bringt mir auch das wenig wenn es nicht erhört wird.

Alles in allem waren die letzten Wochen schon sehr sehr anstrengend und energieraubend für mich. Durch unangebrachte Verhaltensweisen mir gegenüber ist dann auch einiges an Motivation verloren gegangen und ich habe mich ununterbrochen gefragt was richtig und was falsch ist und wie viel ich bereit bin noch von mir zu geben und wie viel ich überhaupt noch geben kann.

Weil ich hier keine Details nennen kann, mag das für euch alles etwas verwirrend klingen. Trotzdem muss ich mir zumindest einen Teil auch hier einfach mal von der Seele schreiben. In letzter Zeit hat sich einfach einiges an Frust, Verzweiflung  und auch Enttäuschung angesammelt. Es gab Tage da hätte ich am liebsten sofort meine Koffer gepackt und dann kam immer wieder der Gedanke dazwischen niemanden und an erster Stelle mich nicht enttäuschen zu wollen.

Hier gehalten hat mich auch die endlose Vorfreude auf gewisse Ereignisse. Vor 2 Wochen war Papa für acht Tage bei mir und wir haben eine wunderschöne Zeit verbracht von der ich euch in meinem nächsten Blogpost erzählen will.

Nächste Woche kommen schon Sophia und Nico und Mitte Juli starten dann endlich Jana, Leni und ich in ein riesiges Abenteuer, das ich kaum noch abwarten kann.

So – fürs erste ist jetzt erst mal Schluss.

Schaut euch gerne meine Bilder in der Galerie an und macht euch bitte keine Sorgen.

Mir geht es nicht perfekt aber mir geht es gut.

Fühlt euch feste umarmt aus dem fernen Amerika,

eure Lisa.

 

 

Ihr Lieben,

lange habt ihr nichts von mir gehört. Viel zu lange!

Und schon einige Male habe ich versucht einen neuen Eintrag inklusive einer Erklärung dafür zu schreiben warum ich den ganzen Winter nichts von mir hören lassen habe. Und genauso oft bin ich daran verzweifelt.

Das letzte mal von mir habt ihr aus meinem Hawaii-Urlaub Anfang Dezember gehört.

Mittlerweile ist es schon fast Mitte April. Es ist viel passiert in der Zwischenzeit. Vieles mit dem ich wieder einmal überhaupt nicht gerechnet habe und oft alles andere als leicht war.

Fangen wir aber mit dem schönsten an. Gleich nach Weihnachten bin ich nämlich zu meiner „echten“ Familie nach Fort Myers, Florida geflogen und wir haben eine wunderschöne Woche zusammen in unserer fast schon zweiten Heimat gemacht. Dieser Ort enttäuscht uns einfach nie. Mittlerweile wissen wir was wir kriegen, kennen uns aus und das macht alles einfach unglaublich entspannt. Wir haben eine tolle Silvesternacht am Strand verbracht und sind gemeinsam und guter Dinge in das neue Jahr gestartet. Ich habe hier als Au Pair ziemlich wenig Urlaub (vor allem auf Grund meines krankheitsbedingten Aufenthaltes in Deutschland) und daher wollte ich diese Woche in vollen Zügen genießen. Deshalb habe ich die Kamera einfach mal überhaupt nicht benutzt und all die schönen und erholsamen Momente in Kopf und Seele festgehalten.

Leider ging diese Woche viel zu schnell vorbei und so musste ich mich dann am 6. Januar bereits zum dritten Mal von meiner Familie verabschieden.

Bei ungefähr 30 Grad in das Flugzeug in Fort Myers ausgestiegen, landete ich nur 2 Stunden später bei -26 Grad(!!!) in Chicago. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war mir bewusst dass ich wahrscheinlich einen recht harten Winter vor mir hatte. Und so kam es. Der Norden und Nordosten der USA hat den 3. kältesten Winter seiner Geschichte hinter sich. Woche um Woche hat man hier neue Rekordtiefstwerte gemessen und draußen war es selbst in den dicksten Wintermänteln, -mützen, -handschuhen kaum auszuhalten. Wir hatten von Mitte Dezember bis Mitte März ununterbrochen Schnee liegen. Und als der Schnee dann vor 2-3 Wochen dann endlich wegtaute wachten all die Menschen hier aus ihrem Winterschlaf auf. Bei solchen Temperaturen kann man sich ja nur zuhause verkriechen und auch die Gute Laune blieb hin und wieder auf der Strecke.

Auch ich habe mit John die meiste Zeit des Winters zuhause verbracht. Klar konnten wir mit so viel Schnee super Schlitten fahren gehen und spitzenmäßige Schneemänner und Iglus bauen aber leider haben wir es auf Grund der Kälte nie sehr lange draußen ausgehalten.

Auch unsere Hot Chocolate war nach wenigen Minuten draußen ein einziger Schokoeiswürfel. Trotzdem bin ich selbst am Wochenende immer nach draußen an die frische Luft gegangen. Warum es mich generell in meiner Freizeit aus dem Haus treibt erzähle ich euch gleich.

Denn auch wenn es arschkalt war, war all das recht schön anzuschauen. Unser Örtchen am Lake Michigan glich einem einzigen Winterwunderland und der See war teilweise komplett zugefroren, was übrigens bei solch großen Gewässern recht selten vorkommt.

Allerdings war ich trotzdem froh dass ich im Dezember dank Florida und Hawaii noch viel Sonne tanken durfte.

Mitte Januar und über meinen Geburtstag kam mich dann mein guter Freund Ale aus Deutschland in Chicago besuchen. Ihm hat die Stadt sehr gefallen und wir haben viele schöne Stunden erlebt, haben ein Wochenende in einem Hotel mitten in der Stadt übernachtet und waren bei einem unglaublich guten Basketballspiel der Chicago Bulls.

Da wir mein Geburtstagswochenende dann zusammen in New York City verbracht hatten, flog Ale direkt  von dort nach Hause und ich wieder zurück nach Chicago.

Auch in NYC war es an diesem Wochenende sehr kalt aber das tut dieser wundervollen Stadt nichts ab! Ich liebe es einfach durch die so unterschiedlichen Straßen Manhattans zu schlendern, die bunten Lichter am Times Square zu bewundern und in kleinen Cafes im Meatpacking District zu frühstücken. Ich würde am liebsten noch viel mehr Zeit dort verbringen! Wir haben an diesem Wochenende so einige Meilen zurückgelegt, viel gesehen und sehr viele Bilder gemacht, die ihr auch in meiner Galerie finden könnt.

Zurück in Chicago fängt nun der nicht ganz so schöne Teil meines Berichts an.

Ich muss gestehen (auch wenn ich auf diesem Blog eigentlich nur über die schönen Erlebnisse berichten wollte) dass es mir oft alles andere als gut ging.

Gesundheitlich bin ich – und dass habe ich mir auch erst in den letzten Wochen eingestanden – wirklich noch nicht gesund. Recht müde bin ich immer noch oft und auch mein Körper kommt nicht wirklich zur Ruhe und macht was er will.

Das Projekt des „Gesund-werdens“ werde ich allerdings erst zurück in Deutschland so ganz in Angriff nehmen können. Mir geht es zwar so ganz gut, ich habe keine Schmerzen oder ähnliches aber ich bin einfach noch nicht total höchstleistungsfähig. Und somit komm ich schon zum nächsten Punkt.

Ich habe oft darüber nachgedacht ob ich euch das erzählen möchte aber auch das gehört einfach zu meinem Jahr hier.

Leider muss ich hier enorm viel arbeiten. Ich hatte und habe kaum Zeit für mich und zu wenig Zeit um all das hier unbeschwerlich genießen zu können. Es geht nicht um die Arbeit an sich. Ich liebe John und ich liebe Bella sehr, sie bringen mir jeden Tag Freude und mir graut es schon heute vor dem Tag an dem ich mich für wahrscheinlich sehr lange Zeit nach einer so unglaublich intensiven Zeit mit den beiden von ihnen verabschieden muss. Auch wenn ein fast dreijähriger (Bella ist mit ihren 8 Jahren unfassbar reif und eigentlich ein Selbstläufer) unglaublich anstrengend ist, macht mir die Arbeit sehr viel Spaß.

Es geht mir also nicht um die Arbeit über die ich mich beschwere sondern meine Arbeitszeit.

Ich arbeite deutlich zu viel. Und deutlich mehr als es erlaubt ist. Zu den Details kann ich hier nicht so viel erzählen weil es sonst ziemliche Probleme geben könnte.

Ich habe oft gesagt dass es mir zu viel ist. Dass ich Pausen von dieser unglaublich großen Aufgabe der Verantwortung brauche. Leider wurde mir viel versprochen allerdings nie lange eingehalten.

Was diesen Punkt betrifft heißt es jetzt für mich lediglich noch durchhalten. Ich werde weiterhin bis zum letzten Moment 100% für die Kinder geben aber ich behaupte nicht dass das was von mir verlangt wird fair und richtig ist.

Es gab viele Momente (vor allem wenn man mir gegenüber dann auch menschlich unfair wurde) in denen ich aufgeben wollte.

Aber das kann ich einfach nicht. Ich bin nicht fürs aufgeben gemacht. Ich habe hier zwar auch gelernt „nein“ und „stop“ zu sagen aber leider bringt mir auch das wenig wenn es nicht erhört wird.

Alles in allem waren die letzten Wochen schon sehr sehr anstrengend und energieraubend für mich. Durch unangebrachte Verhaltensweisen mir gegenüber ist dann auch einiges an Motivation verloren gegangen und ich habe mich ununterbrochen gefragt was richtig und was falsch ist und wie viel ich bereit bin noch von mir zu geben und wie viel ich überhaupt noch geben kann.

Weil ich hier keine Details nennen kann, mag das für euch alles etwas verwirrend klingen. Trotzdem muss ich mir zumindest einen Teil auch hier einfach mal von der Seele schreiben. In letzter Zeit hat sich einfach einiges an Frust, Verzweiflung  und auch Enttäuschung angesammelt. Es gab Tage da hätte ich am liebsten sofort meine Koffer gepackt und dann kam immer wieder der Gedanke dazwischen niemanden und an erster Stelle mich nicht enttäuschen zu wollen.

Hier gehalten hat mich auch die endlose Vorfreude auf gewisse Ereignisse. Vor 2 Wochen war Papa für acht Tage bei mir und wir haben eine wunderschöne Zeit verbracht von der ich euch in meinem nächsten Blogpost erzählen will.

Nächste Woche kommen schon Sophia und Nico und Mitte Juli starten dann endlich Jana, Leni und ich in ein riesiges Abenteuer, das ich kaum noch abwarten kann.

So – fürs erste ist jetzt erst mal Schluss.

Schaut euch gerne meine Bilder in der Galerie an und macht euch bitte keine Sorgen.

Mir geht es nicht perfekt aber mir geht es gut.

Fühlt euch feste umarmt aus dem fernen Amerika,

eure Lisa.

 

 

Ihr Lieben,

lange habt ihr nichts von mir gehört. Viel zu lange!

Und schon einige Male habe ich versucht einen neuen Eintrag inklusive einer Erklärung dafür zu schreiben warum ich den ganzen Winter nichts von mir hören lassen habe. Und genauso oft bin ich daran verzweifelt.

Das letzte mal von mir habt ihr aus meinem Hawaii-Urlaub Anfang Dezember gehört.

Mittlerweile ist es schon fast Mitte April. Es ist viel passiert in der Zwischenzeit. Vieles mit dem ich wieder einmal überhaupt nicht gerechnet habe und oft alles andere als leicht war.

Fangen wir aber mit dem schönsten an. Gleich nach Weihnachten bin ich nämlich zu meiner „echten“ Familie nach Fort Myers, Florida geflogen und wir haben eine wunderschöne Woche zusammen in unserer fast schon zweiten Heimat gemacht. Dieser Ort enttäuscht uns einfach nie. Mittlerweile wissen wir was wir kriegen, kennen uns aus und das macht alles einfach unglaublich entspannt. Wir haben eine tolle Silvesternacht am Strand verbracht und sind gemeinsam und guter Dinge in das neue Jahr gestartet. Ich habe hier als Au Pair ziemlich wenig Urlaub (vor allem auf Grund meines krankheitsbedingten Aufenthaltes in Deutschland) und daher wollte ich diese Woche in vollen Zügen genießen. Deshalb habe ich die Kamera einfach mal überhaupt nicht benutzt und all die schönen und erholsamen Momente in Kopf und Seele festgehalten.

Leider ging diese Woche viel zu schnell vorbei und so musste ich mich dann am 6. Januar bereits zum dritten Mal von meiner Familie verabschieden.

Bei ungefähr 30 Grad in das Flugzeug in Fort Myers ausgestiegen, landete ich nur 2 Stunden später bei -26 Grad(!!!) in Chicago. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war mir bewusst dass ich wahrscheinlich einen recht harten Winter vor mir hatte. Und so kam es. Der Norden und Nordosten der USA hat den 3. kältesten Winter seiner Geschichte hinter sich. Woche um Woche hat man hier neue Rekordtiefstwerte gemessen und draußen war es selbst in den dicksten Wintermänteln, -mützen, -handschuhen kaum auszuhalten. Wir hatten von Mitte Dezember bis Mitte März ununterbrochen Schnee liegen. Und als der Schnee dann vor 2-3 Wochen dann endlich wegtaute wachten all die Menschen hier aus ihrem Winterschlaf auf. Bei solchen Temperaturen kann man sich ja nur zuhause verkriechen und auch die Gute Laune blieb hin und wieder auf der Strecke.

Auch ich habe mit John die meiste Zeit des Winters zuhause verbracht. Klar konnten wir mit so viel Schnee super Schlitten fahren gehen und spitzenmäßige Schneemänner und Iglus bauen aber leider haben wir es auf Grund der Kälte nie sehr lange draußen ausgehalten.

Auch unsere Hot Chocolate war nach wenigen Minuten draußen ein einziger Schokoeiswürfel. Trotzdem bin ich selbst am Wochenende immer nach draußen an die frische Luft gegangen. Warum es mich generell in meiner Freizeit aus dem Haus treibt erzähle ich euch gleich.

Denn auch wenn es arschkalt war, war all das recht schön anzuschauen. Unser Örtchen am Lake Michigan glich einem einzigen Winterwunderland und der See war teilweise komplett zugefroren, was übrigens bei solch großen Gewässern recht selten vorkommt.

Allerdings war ich trotzdem froh dass ich im Dezember dank Florida und Hawaii noch viel Sonne tanken durfte.

Mitte Januar und über meinen Geburtstag kam mich dann mein guter Freund Ale aus Deutschland in Chicago besuchen. Ihm hat die Stadt sehr gefallen und wir haben viele schöne Stunden erlebt, haben ein Wochenende in einem Hotel mitten in der Stadt übernachtet und waren bei einem unglaublich guten Basketballspiel der Chicago Bulls.

Da wir mein Geburtstagswochenende dann zusammen in New York City verbracht hatten, flog Ale direkt  von dort nach Hause und ich wieder zurück nach Chicago.

Auch in NYC war es an diesem Wochenende sehr kalt aber das tut dieser wundervollen Stadt nichts ab! Ich liebe es einfach durch die so unterschiedlichen Straßen Manhattans zu schlendern, die bunten Lichter am Times Square zu bewundern und in kleinen Cafes im Meatpacking District zu frühstücken. Ich würde am liebsten noch viel mehr Zeit dort verbringen! Wir haben an diesem Wochenende so einige Meilen zurückgelegt, viel gesehen und sehr viele Bilder gemacht, die ihr auch in meiner Galerie finden könnt.

Zurück in Chicago fängt nun der nicht ganz so schöne Teil meines Berichts an.

Ich muss gestehen (auch wenn ich auf diesem Blog eigentlich nur über die schönen Erlebnisse berichten wollte) dass es mir oft alles andere als gut ging.

Gesundheitlich bin ich – und dass habe ich mir auch erst in den letzten Wochen eingestanden – wirklich noch nicht gesund. Recht müde bin ich immer noch oft und auch mein Körper kommt nicht wirklich zur Ruhe und macht was er will.

Das Projekt des „Gesund-werdens“ werde ich allerdings erst zurück in Deutschland so ganz in Angriff nehmen können. Mir geht es zwar so ganz gut, ich habe keine Schmerzen oder ähnliches aber ich bin einfach noch nicht total höchstleistungsfähig. Und somit komm ich schon zum nächsten Punkt.

Ich habe oft darüber nachgedacht ob ich euch das erzählen möchte aber auch das gehört einfach zu meinem Jahr hier.

Leider muss ich hier enorm viel arbeiten. Ich hatte und habe kaum Zeit für mich und zu wenig Zeit um all das hier unbeschwerlich genießen zu können. Es geht nicht um die Arbeit an sich. Ich liebe John und ich liebe Bella sehr, sie bringen mir jeden Tag Freude und mir graut es schon heute vor dem Tag an dem ich mich für wahrscheinlich sehr lange Zeit nach einer so unglaublich intensiven Zeit mit den beiden von ihnen verabschieden muss. Auch wenn ein fast dreijähriger (Bella ist mit ihren 8 Jahren unfassbar reif und eigentlich ein Selbstläufer) unglaublich anstrengend ist, macht mir die Arbeit sehr viel Spaß.

Es geht mir also nicht um die Arbeit über die ich mich beschwere sondern meine Arbeitszeit.

Ich arbeite deutlich zu viel. Und deutlich mehr als es erlaubt ist. Zu den Details kann ich hier nicht so viel erzählen weil es sonst ziemliche Probleme geben könnte.

Ich habe oft gesagt dass es mir zu viel ist. Dass ich Pausen von dieser unglaublich großen Aufgabe der Verantwortung brauche. Leider wurde mir viel versprochen allerdings nie lange eingehalten.

Was diesen Punkt betrifft heißt es jetzt für mich lediglich noch durchhalten. Ich werde weiterhin bis zum letzten Moment 100% für die Kinder geben aber ich behaupte nicht dass das was von mir verlangt wird fair und richtig ist.

Es gab viele Momente (vor allem wenn man mir gegenüber dann auch menschlich unfair wurde) in denen ich aufgeben wollte.

Aber das kann ich einfach nicht. Ich bin nicht fürs aufgeben gemacht. Ich habe hier zwar auch gelernt „nein“ und „stop“ zu sagen aber leider bringt mir auch das wenig wenn es nicht erhört wird.

Alles in allem waren die letzten Wochen schon sehr sehr anstrengend und energieraubend für mich. Durch unangebrachte Verhaltensweisen mir gegenüber ist dann auch einiges an Motivation verloren gegangen und ich habe mich ununterbrochen gefragt was richtig und was falsch ist und wie viel ich bereit bin noch von mir zu geben und wie viel ich überhaupt noch geben kann.

Weil ich hier keine Details nennen kann, mag das für euch alles etwas verwirrend klingen. Trotzdem muss ich mir zumindest einen Teil auch hier einfach mal von der Seele schreiben. In letzter Zeit hat sich einfach einiges an Frust, Verzweiflung  und auch Enttäuschung angesammelt. Es gab Tage da hätte ich am liebsten sofort meine Koffer gepackt und dann kam immer wieder der Gedanke dazwischen niemanden und an erster Stelle mich nicht enttäuschen zu wollen.

Hier gehalten hat mich auch die endlose Vorfreude auf gewisse Ereignisse. Vor 2 Wochen war Papa für acht Tage bei mir und wir haben eine wunderschöne Zeit verbracht von der ich euch in meinem nächsten Blogpost erzählen will.

Nächste Woche kommen schon Sophia und Nico und Mitte Juli starten dann endlich Jana, Leni und ich in ein riesiges Abenteuer, das ich kaum noch abwarten kann.

So – fürs erste ist jetzt erst mal Schluss.

Schaut euch gerne meine Bilder in der Galerie an und macht euch bitte keine Sorgen.

Mir geht es nicht perfekt aber mir geht es gut.

Fühlt euch feste umarmt aus dem fernen Amerika,

eure Lisa.

 

 

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